Geschrieben am 09.04.2012 von Marc
Obwohl ich nun seit einiger Zeit wieder in Deutschland bin, habe ich häufig Heimweh. Murang’a und Nairobi sind zu meinem zweiten Zuhause geworden. Nach meinem Jahr als Freiwilliger in Murang’a habe ich meinen Aufenthalt in Kenia verlängert und noch für gut zwei Monate bei einem Freund in Nairobi gewohnt. Durch das Leben in der Großstadt habe ich noch einmal andere Eindrücke gewonnen und ganz viele tolle Menschen getroffen. Manche Lieder, die ich während meines Jahres gehört habe, sind untrennbar mit Menschen oder Ereignissen verbunden, sodass ich jedes Mal, wenn ich sie hier höre, sofort an Kenia denken muss. Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht meine kenianischen Freund_innen vermisse.
Während meiner ersten Zeit in Deutschland fühlte ich etwas, was man vielleicht als „Kulturschock“ bezeichnen kann. Ich kam mir fremd vor und war überrascht, wie unfreundlich die Menschen hier sind. Mir fiel auf, dass mein Zimmer vollgestopft ist mit Dingen, die ich eigentlich gar nicht brauche. In Murang’a habe ich auch ein Jahr lang gelebt und meine Sachen passten in eine Tasche – wirklich vermisst habe ich nichts. Es ist ungewohnt, wenn die Ampel rot zeigt, nicht einfach über die Straße zu gehen und im Geschäft direkt den richtigen Preis genannt zu bekommen. Und ich hatte mich so daran gewöhnt, der Zeit nicht eine so große Bedeutung beizumessen. Es fehlt mir, mich mit jemandem, den ich gerade erst kennengelernt habe, eine halbe Stunde lang zu unterhalten. Und ich vermisse es, Matatu zu fahren oder am Straßenrand Bananen, Mangos, gekochte Eier und Samosas zu kaufen.
Wenn ich mir mein Motivationsschreiben durchlese, merke ich erst, wie viel ich in diesem Jahr dazugelernt habe. Damals bin ich naiv und mit dem unbestimmten Gefühl nach „Afrika“ geflogen, „gegen die ungerechte Globalisierung aktiv zu werden“. Inzwischen sehe ich den Sachverhalt differenzierter und den Entwicklungsbegriff kritisch. Mir fällt nun auf, wie viele Vorurteile ich unbewusst im Kopf hatte. Im Nachhinein ist es sogar etwas lustig, dass ich mir z.B. vor meinem Jahr in Kenia extra noch einen Nassrasierer gekauft habe, da ich dachte, dass es seltsam ist, einen elektrischen Rasierer mitzunehmen. Während meines Jahres musste ich mein klischeebehaftetes Bild von Kenia viele Male revidieren. Durch meinen Aufenthalt wurde ich sensibilisiert und bemerke erst jetzt, wie viele Menschen unreflektiert Stereotypen reproduzieren. Meiner Meinung nach tragen vor allem die Medien dazu bei, dass nur eine Single Story von Kenia exisitiert. Außer Armutsbildern und Safarireportagen erfährt man nur wenig über Kenia, ebenso wie über andere afrikanische Länder.
Ich denke, dass ich während meines Lernfreiwilligendienstes im Kleinen dazu beigetragen habe, Vorurteile seitens Kenianern abzubauen. Eine Freundin meinte einmal zu mir, dass sie immer dachte, wazungu (Weiße) seien perfekt. Nun habe sie mich getroffen und gemerkt, dass Weiße ganz normale Menschen seien
Als mzungu immer und überall aufzufallen war für mich das Schwierigste während meines Auslandsjahres. Meine Hautfarbe wurde oft mit Reichtum gleichgesetzt und es war anstrengend, immer darauf hinzuweisen, dass ich als Freiwilliger nicht unbegrenzt Geld zur Verfügung hatte. Meiner Meinung nach sind an dieser Sichtweise aber auch viele Touristen schuld, die häufig mit Geld um sich werfen. Dadurch war es für mich immer wieder eine Herausforderung, nicht als Tourist wahrgenommen zu werden.
Auch auf der menschlichen Ebene habe ich in Kenia viel gelernt. Der Begriff „Gastfreundschaft“ hat für mich eine ganz neue Bedeutung bekommen. Ich habe erlebt, dass mit einem Gast alles geteilt wird. Die Hausschuhe in einer fremden Wohnung zieht man ganz selbstverständlich an und einem werden alle Speisen und Getränke, die der_die Gastgeber_in in der Wohnung hat, angeboten. Viele kulturelle Unterschiede sind mir am Anfang aufgefallen und später habe ich sie unbewusst übernommen. Zum Beispiel ist es üblich, ein Handygespräch ohne Begrüßungsformel zu beginnen und sofort zu beenden, wenn man die gewünschte Information erhalten hat. Auch hier in Deutschland lege ich nun immer noch häufig ohne Verabschiedung auf
Eine Sache, die ich mir auch angewöhnt habe, ist, die Augenbrauen hochzuziehen, wenn ich etwas bejahen möchte. Hier habe ich dafür schon einige verwirrte Blicke und Nachfragen geerntet.
Zu Beginn meines Freiwilligendienstes habe ich viele für mich neue Dinge in Kenia mit Deutschland verglichen. Wenn ich etwas seltsam fand, meinte ich immer „In Deutschland machen wir das so…“. Später habe ich begonnen, Deutschland und Kenia nicht mehr nebeneinander zu stellen und zu vergleichen. Dadurch, dass ich in Deutschland sozialisiert wurde, habe ich nur die eurozentrische Sichtweise auf viele Dinge erfahren. Nachdem ich gelernt hatte, offen für andere Denkweisen zu sein, konnte ich beide Kulturen unabhängig voneinander betrachten. Dabei habe ich auch gemerkt, dass es nicht immer nur eine richtige Lösung für ein Problem gibt.
Aufgrund der sehr guten inhaltlichen Begleitung meines Freiwilligendienstes auf den Seminaren sowie meiner Erfahrungen in Kenia begann ich mich mehr und mehr für das Themenfeld Entwicklungspolitik und -zusammenarbeit zu interessieren. Durch Zufall habe ich das Studium „Internationale Entwicklung“ an der Universität Wien gefunden, das genau da ansetzt, wo ich mich nach meinem „weltwärts“-Jahr in dem Entwicklungsdiskurs befinde, und habe mich für das Sommersemester 2012 als Student eingeschrieben. Das Jahr in Kenia hat mich also in vielerlei Hinsicht geprägt und ich blicke durchweg positiv auf meinen Freiwilligendienst zurück. Mein kenianisches Leben wird ein wichtiger Teil von mir bleiben und mit dem Ende meines „weltwärts“-Dienstes nicht beendet sein. Schon im Juli diesen Jahres fliege ich wieder für sieben Wochen nach Kenia.
Geschrieben am 01.01.2012 von Marc
Als ich das erste Mal das “Murang’a Children’s Rescue Center” besuchte, fiel mir direkt ein unvollständiges Gebäude unweit des Haupthauses auf, von dem nur die Außenmauern fertiggestellt waren. In Gesprächen fand ich heraus, dass 2007 mit dem Bau eines neuen, größeren Schlafsaals für das Kinderheim begonnen wurde, aber das Haus leider nie fertiggestellt wurde. Dem Kinderheim wurden 1,5 Millionen KSH von dem Constituency Development Fund (CDF) versprochen, der Vorsitzende des Kinderheims sollte aber den Empfang von 2 Millionen KSH quittieren. Laut “Transparency International Kenya” ist der CDF zusammen mit der kenianischen Polizei die korrupteste staatliche Organisation. Da der Vorsitzende nicht auf das Angebot seitens des CDF einging, konnte das Gebäude nicht vollendet werden.
Zusammen mit dem Sozialarbeiter des Kinderheims beschloß ich, dass es sinnvoll sei, das neue Gebäude fertigzustellen, da es ansonsten nur mehr und mehr zerfalle. Der Grund für den Bau war vor allem, dass das alte Gebäude zu klein geworden war und die Mädchen in einer angemieteten Wohnung untergebracht wurden. Mit der Nutzung des neuen Gebäudes müsste das Kinderheim zudem keine monatliche Miete mehr für die zusätzliche Wohnung zahlen. Auch die US-amerikanische Organisation “Butterfly Project”, die das Kinderheim unterstützt, plante die Fertigstellung des Gebäudes. Sie hatten sich bereits von einem Bauunternehmer, der auch im Vorstand des Kinderheims sitzt, einen Kostenvoranschlag unterbreiten lassen. Demnach beliefe sich die Fertigstellung des Gebäudes auf 20.000 €. Zusammen mit dem Bauunternehmer aktualisierte ich das Angebot.
Nach meinem Zwischenseminar im März 2011 startete ich einen Spendenaufruf, um das benötigte Geld aufzubringen. Dazu erstellte ich eine Internetseite unter der Domain www.muranga-crc.org, die ich in Englisch und Deutsch gestaltete. Das Spendenprojekt sollte nicht nur auf Deutschland beschränkt sein, sondern vor allem auch Kenia einschließen. In der Bielefelder Zeitung “Westfalen Blatt” erschien ein Artikel über mein Jahr in Kenia und das Spendenprojekt, bei dem auch die Internetseite des Kinderheims erwähnt wurde. Zudem schrieb ich einen Spendenaufruf für die Gemeindezeitung der Kirchengemeinde Christkönig Bielefeld. Auch die in der Jugendarbeit aktiven Jugendleiter der Gemeinde unterstützen das Spendenprojekt und sammelten zu diversen Anlässen für das Kinderheim.
Im Juli 2011 war durch die Spenden von Verwandten und Bekannten die Summe von insgesamt 6800 € zusammengekommen, sodass wir mit der Fertigstellung einer Hälfte des Kinderheims beginnen konnten. Wir verabredeten mit dem Bauunternehmer, dass das Haus in mehreren Phasen vollendet werden sollte, und beauftragten ihn, mit dem Dach sowie Wänden und Boden zu beginnen. Während der Bauarbeiten bemerkten der Sozialarbeiter und ich, dass es günstiger ist, dass Bauprojekt selber in die Hand zu nehmen und nicht den Umweg über den Bauunternehmer zu gehen. Von da an begannen wir, für die weiteren Bauschritte direkt Arbeiter zu beauftragen und diese selber zu bezahlen. Dank weiterer Spenden standen uns nun schon insgesamt 7400 € zur Verfügung. Damit konnten wir die eine Seite des Gebäudes komplett fertigstellen und den Strom- und Wasseranschluss bezahlen, der natürlich später auch für die zweite Hälfte genutzt werden kann. Außerdem ließen wir das neue Gebäude einzäunen, um Diebstahl vorzubeugen.
Im Dezember 2011 waren die Arbeiten schließlich nach einigen Verzögerungen abgeschlossen. Insgesamt beliefen sich die Kosten auf deutlich weniger als 10.000 € pro Hälfte, zudem wurde bei der Fertigstellung der einen Seite des Gebäudes bereits in grundlegende Baumaßnahmen, wie Strom, Wasser, Abwasser und Einzäunung, investiert, sodass die andere Seite für etwa 5000 € fertiggestellt werden kann. Wir haben also dadurch, dass wir die Beschäftigung von Arbeitern und den Kauf der Baumaterialien selber in die Hand genommen haben, viel Geld gespart. Ein weiterer Grund für die im Vergleich zum Kostenvoranschlag günstige Fertigstellung war allerdings auch der Wechselkurs von Euro in Kenia-Shilling. Zum Zeitpunkt des Kostenvoranschlags lag der Wechselkurs bei 108 KSH, später verlor der Shilling jedoch enorm an Wert, sodass man zwischenzeitlich für einen Euro 145 KSH bekam. Der Preis für Baumaterialien änderte sich jedoch nicht so schnell, sodass für das Bauprojekt viel Geld alleine durch den Wechselkurs gespart werden konnte. Im Gegensatz dazu war die hohe Inflation natürlich sehr schlecht für die Bevölkerung, da vor allem Lebensmittel stark im Preis stiegen.
Eine Übersicht über alle getätigten Ausgaben mit den eingescannten Quittungen gibt es hier.
Vielen Dank an alle Spenderinnen und Spender!






















Geschrieben am 30.08.2011 von Marc

Daniel – Danke für Duschgel, Malariatabletten, Sonnencreme, Zahnpasta & Kiswahili-Kenntnisse!!
31. Juli 2011: Nairobi – Nyahuhuru
Die Fahrt mit dem Matatu dauert einige Stunden, führt vorbei an Nakuru, hinauf ins grüne und regenreiche Nyahuhuru. Im Matatu lernen wir einen älteren Herrn kennen, der auf der Durchreise ist, sich aber uns trotz Zeitdruck bei der Suche nach einer Unterkunft behilflich zeigt. Nun befinden wir uns in dem von ihm empfohlenen Guesthouse und teilen uns zu zweit ein Zimmer, da die Übernachtungskosten ansonsten unser Budget überschreiten würden. Morgen möchten wir unsere Reise in den Norden weiter fortsetzten, zuvor allerdings noch die 72 Meter hohen Thomson´s Falls besichtigen. Den heutigen Tag werden wir mit einem kleinen Stadtrundgang und einem Abendessen im Guesthouse eigenen Hoteli beenden. Auf Grund der ungewissen Situation, die uns in Nordkenia begegnen wird, diskutieren wir Abends noch Verhaltensweisen im Notfall und unser weiteres Vorgehen bezüglich der Reiseroute. Wir entwerfen einen Plan B und einigen uns darauf uns über aktuelle Hinweise bezüglich Gefahren und Verhaltensweisen vor Ort zu erkundigen. Erschöpft fallen wir schließlich ins Bett und versinken in den Traumwelten.
Weiterlesen auf Daniels Blog…
Geschrieben am 22.08.2011 von Robin
Und nun geht’s auf zu meinem 4. und letzten Eintrag. Gerade sitze ich nämlich in Lilongwe und genieße meine letzten Stunden in Malawi, bevor ich Morgenmittag ausreise.
Das Jahr ist also jetzt tatsächlich vorüber. Das kann ich zwar hier so bestimmt schreiben, aber realisiert habe ich es noch nicht. Es ist eine völlig irreale Vorstellung schon Übermorgen knapp 10 000 km weit entfernt zu sein und alles was hier normal ist, die Umgebung, meine Freunde, meine Kids in der Schule und mein Leben in Malawi in weiter Ferne zu wissen. Da ich schweren Herzens mein neues zu Hause verlasse, mich gleichzeitig aber auch auf mein altes zu Hause freue, gehe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Jetzt aber dazu, was in meinen letzten Monaten in Malawi alles passiert ist.
Das letzte Term in der Schule ging bis Anfang Juli. Außer, dass ich mich am Ende bei vielen Tätigkeiten gefragt habe wie oft ich sie überhaupt noch mache und sie deshalb noch einmal bewusster ausgeführt habe, ist nichts besonderes passiert.
Am Ende des Schuljahres begann dann die Zeit der Abschiede. Als erstes musste ich mich am letzten Schultag, den wir mit Spielen und Keksen verbracht haben, von den Kindern aus meiner Klasse verabschieden. Es viel mir wirklich schwer zu gehen, weil sie mir, auch wenn wir so einigen Stress miteinander hatten, sehr ans Herz gewachsen sind.

Meine Kids beim Singen
Auch die Studenten vom TTC hatten ihr Jahr beendet. Nach einer wirklich schönen Farewell-Party, die den ganzen Tag gedauert hat (Zeugnisvergabe, Essen, Disko) mussten wir uns auch von unseren Freunden am College verabschieden.
Meinen Bekannten und Freunden aus Malawi auf Wiedersehen zu sagen fiel mir schwer, weil ich nicht weiß ob oder wann ich sie wieder sehen werde.

Tanzende Studenten bei der Farewell-Party
Zum Glück hatte ich nicht viel Zeit zum Traurig sein, weil ich direkt zum Anfang meiner Ferien Besuch von Lena aus Deutschland bekommen habe.
Zusammen haben wir eine sehr schöne Rundreise durch Malawi unternommen. Wir hatten viel Spaß, haben viel gesehen und nette Leute kennen gelernt. Es war außerdem interessant zu erleben, wie viele Dinge, die Lena aufgefallen sind oder die sie nicht gewohnt war, für mich schon völlig normal sind. Diese ist mir erst in der Zeit mit ihr richtig aufgefallen.

Der Blick von Livingstonia auf den Malawisee

Ein Wasserbock im Liwonde Nationalpark
Am Ende ihres knapp dreiwöchigen Aufenthalts wurde unsere Stimmung jedoch von Politischen Unruhen in Malawi gestört.
Am 20.09.2011 wurde in allen größeren Städten Malawis gegen den autokratischen Kurs des Präsidenten, für mehr Demokratie, für mehr Pressefreiheit, für eine sichere Treibstoffversorgung und für eine bessere und gerechtere Finanzpolitik demonstriert. Bei, aus den Demos resultierten Ausschreitungen wurden mindestens 19 Menschen von der Polizei und dem angerückten Militär erschossen. Außerdem wurden Teile der Innenstädte verwüstet und Geschäfte geplündert.
Die Demonstrationen waren keine Spontane Reaktion der Opposition, sie waren eine Antwort auf den, schon seit langem in Kritik geratenen, Kurs des amtierenden Präsidenten.
Dieser verfolgt nicht nur einen sehr autoritären Regierungsstil, der das Land immer weiter in Richtung einer Alleinherrschaft treibt, sondern er hat mit seiner Politik auch für eine finanziell schlechte Lange gesorgt.
Nach seiner Weigerung die Finanzpolitik zu reformieren und mehr Demokratie zuzulassen, haben nun die meisten Geberländer ihre direkten Finanzhilfen an Malawi eingestellt. Dies ist bei einem Land, das sich zu nicht unerheblichen Teilen aus diesen Geldern finanziert ein großes Problem. Vor allem, weil nun nur noch sehr wenig Forex-Währung nach Malawi gelangt(Schäzungen zu folge kann Malawi Ende des Jahres keine Importe mehr durchführen). Dies führt dazu, dass nicht in ausreichendem Maße Treibstoff, Medikamente und Düngemittel nach Malawi importiert werden können. Die genauen Folgen dieses Mangels können jetzt noch nicht abgeschätzt werden. Momentan drückt er sich durch Spritknappheit (Km-lange Schlangen an den Tanken oder gar kein Sprit), Inflation und Lieferprobleme bei Softdrinks, Bier (es gibt keine Kronkorken mehr) und einige andere Dinge aus.
Die Unterstützung für den früher sehr beliebten Präsidenten in der Bevölkerung ist aus diesen Gründen sehr stark gesunken. Obwohl sich NGOs auf breiter Linie gegen ihn stellen und einen Politikwechsel oder seinen Rücktritt fordern, lenkt er nicht ein.
Großdemonstrationen am 17. August wurden aus nicht ganz geklärten Gründen vorzeitig von den Organisatoren abgesagt. Erst hieß es die Regierung hätte kurzfristig Gespräche mit den Organisatoren und der UN angekündigt. Gestern habe ich aber in der Zeitung gelesen, dass die Polizei die Organisatoren in einem Meeting darauf hingewiesen hat, dass sie kein Tränengas mehr vorrätig hätten (und auf Grund von Forexproblemen wahrscheinlich in nächster Zeit auch keins kaufen können) und deshalb im Falle einer Eskalation sofort scharf schießen müssten… So kann man auch politischen Widerstand verhindern.
Es ist also momentan sehr spannend, wie sich die Situation in Malawi entwickelt. Ich hoffe, dass es eine politische Wende gibt, bevor die Versorgungssituation sich weiter verschlechtert.
Nachdem die Situation sich ein paar Tage nach dem 20.8 wieder entspannt hatte und wieder Busse fuhren habe ich mit einigen Freiwilligen noch ein paar sehr schöne Tage in Nkhata Bay verbracht. Baden, ausruhen und nettes Beisammensein.
Anschließend war schon unser Endseminar in Chinteche. Es war noch einmal nett mit allen Freiwilligen zusammen zu treffen Erfahrungen auszutauschen und Spaß zu haben.

Der Strand in Chinteche

Poi spielen im Malawisee
Meine letzte kurze Reise in Malawi hat mich zusammen mit Micha und Letizia auf den Mulanje Mountain geführt. Der Mulanje Mountain ist das höchste Bergmassiv Malawis und liegt im Süden des Landes. Die Hänge des Bergs sind schroff und steil und bieten einen beeindruckenden Anblick. Am Fuß erstrecken sich große Teeplantagen.
Um auf dem Massiv zu wandern mussten wir einen Guide engagieren. Dieser hat uns am ersten Tag auf einem Pfad durch eine wunderschöne und abwechslungsreiche Bergwelt zu einer Hütte am Fuß des Höchsten Gipfels, dem Sapitwa Peak, gebracht. Die Hütte liegt auf 2100 Metern Höhe und nach 7 Stunden wandern waren wir froh dort anzukommen.

Das Mulanje Platau

Die Hütte
Nach einer wirklich kalten Nacht in der schönen Holzhütte mit Kamin (der nachts leider ausgegangen ist) sind wir am nächsten Morgen zu Gipfel aufgebrochen.
Sapitwa bedeutet auf Chichewa „geh dort nicht hin“. Wir habens aber trotzdem gemacht und es hat sich geloht. Der Weg, wenn man denn überhaupt so weit gehen möchte in so zu bezeichnen, führt über Felsplatten, über Felsbrocken und unter Felsbrocken hindurch. Mit jedem Höhenmeter wird der Ausblick schöner und schließlich standen wir auf dem höchsten Punk Malawis (3002m).

Auf dem Weg zum Gipfel...

Der Ausblick beim Aufstieg zum Sapitwa Peak

Gipfelfoto

Wasserfall in Mulanje
Nach dem Abstieg vom Gipfel, einer weitern Nacht in einer anderen Hütte und einem gemütlichen Weg zum Fuß des Berges konnte ich meine letzte Busfahrt in Malawi antreten. Als ich nach vierzehnstündiger Fahrt in Kasungu ausgestiegen bin war ich froh für längere Zeit das letzte Mal mit so einem Karren gefahren zu sein.
Busfahrten in Malawi werde ich, abgesehen von ein paar netten Gesprächen, nicht vermissen!
Nach ein paar letzten Tagen in Kasungu mussten wir uns dann endgültig verabschieden. Es ist uns nicht leicht gefallen.
Bevor wir gefahren sind haben Kjell und ich uns aber doch noch getraut Fotos in Kasungu-town zu machen, sodass ich euch jetzt doch mal zeigen kann wie es da aussieht:

Einkaufsmeile in Kasungu

Pommes auf Malawisch

Der Gemüsemarkt in Malawi

Peoples Supermarkt in Kasungu

Ein typisch Malawischer Reisebus
Die letzten Tage habe ich da verbracht, wo mein Jahr angefangen hat. Im Weltwärtshaus.
Und da sitze ich auch jetzt und lasse das Jahr beim Schreiben Revue passieren.
Es war wirklich ein Ereignisreiches. Nicht immer nur schön und auch nicht immer einfach, aber die schönen Erinnerungen überwiegen deutlich! Gerade die letzten 3-4 Monate habe ich sehr genossen.
Ndidzasowa Malawi! (ich werde Malawi vermissen)

Sonnenuntergang im Liwonde Nationalpark
Und damit beende ich diesen Blog zu meiner Zeit in Malawi, denn bald könnt ihr mich persönlich fragen.
Bis bald!
Robin
Geschrieben am 30.07.2011 von Marc
Nach mehr als einem halben Jahr im “Murang’a Children’s Rescue Center” hat sich der Arbeitsalltag eingestellt. Am Vormittag gibt es für mich im Kinderheim nicht viel zu tun, da die vier jüngsten Kinder seit kurzem die nursery school besuchen. Aus diesem Grund arbeiten der Sozialarbeiter Ben und ich in dieser Zeit meistens im Büro und erstellen Abrechnungen oder schreiben Berichte. Alternativ erledigen wir Behördengänge oder besuchen potentielle Unterstützer des Kinderheims, um Spenden aufzutreiben. In der Stadt sind wir ziemlich bekannt, da wir immer zu Fuß unterwegs sind – Ben hat uns deswegen schon von social worker in social walker umbenannt. Mit ihm verstehe ich mich ziemlich gut, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass er erst 28 Jahre alt ist.
Gegen drei Uhr holen wir dann die jüngeren Kinder aus der nursery school ab und ich bleibe anschließend im Heim, um Zeit mit den Kindern zu verbringen, die erst am späten Nachmittag aus der Schule kommen. Abends um sieben Uhr, mit Einbruch der Dunkelheit, endet schließlich mein Arbeitstag. Ich arbeite also im Augenblick unter der Woche mehr als acht Stunden pro Tag, dafür habe ich zu Beginn meines Freiwilligendienstes etwas weniger gearbeitet. Wenn ich am Wochenende in Murang’a bin, schaue ich meistens im Kinderheim vorbei, im Gegenzug ist es aber auch kein Problem, wenn ich mir während der Woche mal einen Tag frei nehmen möchte. Mir gefällt diese flexible und abwechslungsreiche Zeiteinteilung sehr gut und ich sehe die Aufgaben im Kinderheim meistens überhaupt gar nicht als Arbeit an.
Im Februar hat Lucy ihre Spezialschuhe bekommen und wir haben zudem ein Metallgestell für sie anfertigen lassen, auf dem sie sich abstützen kann. So kann sie sogar ohne meine Hilfe das Laufen trainieren. Sie ist jetzt tagsüber alleine im Kinderheim und wir suchen immer noch nach einem besseren Platz für sie in einer Einrichtung für Kinder mit Behinderung. Inzwischen haben wir weitere Schulen und Heime besucht und warten jetzt bei einer Schule in Thika auf das Aufnahmegespräch im Oktober.
Seit Ben im Kinderheim ist, gibt es immer Unklarheiten über die Aufgabenverteilung zwischen ihm und der Heimleiterin Wangu. Am Anfang führte das dazu, dass alle Dinge zusammen erledigt wurden und wir zu dritt herumgelaufen sind, dann sollte Wangu im Kinderheim bleiben und die Arbeit einer Hausmutter erledigen. Allerdings verdiente sie dafür 12 000 KSH im Monat – Bens Gehalt liegt bei 7000 KSH und das der Hausmütter bei nur 5000 KSH. Für mich ist das ein komisches Gefühl, da VIA mir für Wohnung, Essen und Taschengeld 27 000 KSH pro Monat zur Verfügung stellt. Die Gehälter sind allerdings eher theoretisch, da die „Child Welfare Society of Kenya“ seit nun einem halben Jahr keinen Lohn mehr bezahlt hat. Gestern wurde Wangu schließlich von der Organisation gekündigt und es wurde direkt eine neue Hausmutter namens Faith gebracht, die von nun an im Kinderheim arbeiten und auch übernachten wird.
Es sind mir natürlich auch inzwischen einige Dinge aufgefallen, die mich im Heim stören. Sachspenden, die für die Kinder bestimmt sind, werden zunächst ins Lager geräumt, anstatt sie direkt zu verteilen, wenn sie benötigt werden. So haben manche Kinder nur zwei Hosen und T-Shirts, obwohl wir im Lager genug davon haben. Neue Teller, Tassen und Löffel werden mit der Begründung nicht herausgegeben, dass sie ja durch die Benutzung kaputt oder verloren gehen könnten. Diese Gründe kann ich immer nicht ganz nachvollziehen und versuche dem entgegenzuwirken, indem ich manche Sachen, wie Stifte oder Hefte, einfach an die Kinder verteile, damit sie benutzt werden können.
Sehr fremd ist mir außerdem, dass im Heim eine so strenge Hierarchie vorhanden ist. Die jüngeren Kinder müssen die Älteren bedienen oder für sie Dinge erledigen und diese wiederum werden von den Mitarbeitern herumkommandiert. Es ist ganz selbstverständlich, dass die Jüngeren den Älteren das Essen bringen und nachher den dreckigen Teller abräumen. Hinzu kommt noch, dass Ben sich von den Hausmüttern bedienen lässt. Ich halte mich dabei immer heraus und probiere dagegen zu steuern, indem ich das benutzte Geschirr der Hausmütter abräume oder meines selber abwasche.
Ich denke, für die Kinder habe ich die Bruderrolle eingenommen. Wenn sie Probleme haben, kommen sie zu mir und erzählen mir davon, gerade auch, wenn sie sich von Ben oder den Hausmüttern ungerecht behandelt fühlen. Zu vielen Kindern habe ich ein gutes Vertrauensverhältnis aufgebaut und sie kommen mich auch manchmal zu Hause besuchen. Einmal habe ich mich um zwei Mädchen gekümmert, die abends weinend vor meiner Tür standen, weil sie es im Kinderheim nicht mehr aushalten konnten. Diese vermittelnde Position habe ich nicht nur zwischen der Heimleitung und den Kindern, sondern auch zwischen der Leitung und dem chairman des Komitees eingenommen. Dieser vertraut Geldspenden nämlich immer mir an, weil er sonst die Befürchtung hat, dass das Geld nicht seiner Bestimmung nach verwendet wird.
Vor etwa einem Monat kam eine Gruppe Amerikaner zu Besuch, die seit einigen Jahren das Rescue Center unterstützen. Ich wundere mich nun nicht mehr, dass viele Kenianer denken, dass ein mzungu sie mit Geschenken überhäuft. Die Amerikaner brachten so viele Spielsachen mit, dass jeder und jede mit drei Reisetaschen anreisen musste. Es gab nicht einen Fußball, sondern gleich fünf. Die Geschenke waren sicher gut gemeint und die Kinder haben sich natürlich gefreut, doch leider wurde dadurch auch wieder das Klischee des „reichen Weißen“ verstärkt. Mir ist zudem aufgefallen, dass „westliche“ Lösungen häufig nicht ohne weiteres hier im Kinderheim anwendbar sind. Die Amerikaner brachten zum Beispiel auch selbstgestrickte Wollmützen und Lattenroste aus Holz mit, ohne zu bedenken, dass es im Kinderheim an elementaren Dingen wie Spüllappen und Feuerholz fehlt. Die ersten Mützen werden schon zum Abspülen verwendet und es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch die Lattenroste als Feuerholz genutzt werden.
Eine Freundin meinte, dass ich hier in Kenia, im Gegensatz zu Deutschland, immer versuchen würde mich anzupassen und möglichst nicht als Ausländer aufzufallen. Das liegt daran, dass ich auf keinen Fall als Tourist wahrgenommen werden möchte, als mzungu, der kommt, viel Geld da lässt und wieder verschwindet. Als Freiwilliger wohne ich für ein Jahr in diesem Land und möchte deswegen auch genauso behandelt werden wie ein Kenianer, also die gleichen Preise bezahlen, aber auch die gleiche Zeit im Krankenhaus in der Schlange stehen müssen und die selben öffentlichen Verkehrsmittel benutzen. Seit Juni bin ich zudem endlich offiziell resident in Kenia, jetzt muss ich nur noch richtig Kiswahili lernen
Geschrieben am 18.07.2011 von Linnea
Wie ich in meinem letzten Bericht schon einmal erwähnt hatte, bin ich immer wieder beeindruckt von der Vielfältigkeit und den krassen Unterschieden, die man in Mexiko findet.
Ich glaube gerade diese beiden Artikel (über meine Reise und meine Erfahrungen mit den Migrantenhäusern) zeigen, wie verschieden dieses Land ist und dass es unglaublich viele Facetten hat, die man als reiner Tourist absolut nicht mitbekommt.
Nun mein Reisebericht:
Meinen letzten Urlaubstage habe ich Anfang Juli genommen und bin mit meinem Freund in die Bundesstaaten Yucatán und Quintana Roo gefahren.
Mérida
Unser erstes Ziel war Mérida, die Hauptstadt des Bundesstaates Yucatán. Eine große, saubere und schöne Kolonialstadt mit einer unerträglichen Hitze und vielen Mücken.
Den ersten Tag haben wir die Stadt erkundet und am zweiten Tag dort haben wir einen Tagesausflug zu drei Cenoten (Höhlenseen) gemacht.
Das war total schön, weil wir mit einem kleinen Pferdetruck von einer Cenote zur nächsten gefahren wurden und uns immer baden konnten. Jede Cenote war anders, die Farbe des Wasser, die Höhle, der Eingang und die Decke…

Eines der typischen Kolonialen Häuser in Mérida - der Palacio Municipal

Für meinen Papa: die typischen "confidenciales" (eine Anregung für einen neuen Holzstuhl?)

Auf dem Pferdetruck von Cenote zu Cenote durch Schmetterlingsschwärme

Eine der Cenoten in einem tiefen Blau
Chichén Itzá
Von Mérida sind wir weiter nach Cancún und haben einen Zwischenstopp bei den größten Mayaruinen Yucatáns eingelegt – Chichén Itzá.
Wieder war ich beeindruckt, wie groß die Pyramiden sind, wie alles auf die Jahreszeiten, den Sonneneinfall etc. abgestimmt ist.

Die größte Pyramide von Chichén Itzá
Isla Mujeres
In Cancún waren wir nur wenige Stunden, da wir dorthin nur mussten, da von dort die Fähren nach Isla Mujeres ablegen.
Isla Mujeres ist eine kleine Insel im Bundesstaat Quintana Roo, also schon in der Karibik, die ca. 7,5 km lang und im Schnitt 500 m breit ist.
Den ersten Tag haben wir das kleine Dorf und den Strand erkundet und am zweiten Tag haben wir uns Fahrräder gemietet, um einmal rund um die Insel zu fahren.
Dabei hat uns leider ein totaler Regentag erwischt, sodass wir plitschnass und frierend über die Insel gedüst sind.
Diese Erfahrung hat mir allerdings ein bisschen die Sehnsucht nach Amrum genommen, weil ich mich daran erinnert gefühlt habe 
Insgesamt war ich total beeindruckt, weil ich dort zum ersten Mal weißen Sand und türkises Meer gesehen habe, aber sonst ist die Insel sehr touristisch und hat wenige öffentliche Strände, da viele zu Hotels gehören und nicht einfach zugänglich sind.

Der Nordstrand von Isla Mujeres

Natur

Unsere Inselradtour im Regen
Tulum
Von Isla Mujeres sind wir dann wieder nach Cancún, um von dort den Bus nach Tulum zu nehmen.
Dort waren wir insgesamt fast vier Tage und es ist einfach ein Paradies. Die Strände wie man es von den Postkarten kennt, tolles Wetter, tolles Meer…
Die ersten Nächte hatten wir eine Cabana (kleine Holzhütten) in der Stadt und haben dann aber super schöne Cabanas direkt am Strand gefunden, die wir uns am Ende gegönnt haben.
Wir haben dort, neben Faulenzen am Strand und die Karibik genießen, einige Sachen gemacht.
Einmal haben wir eine Schnorcheltour gemacht. Wir sind mit dem Boot zu einem Riff gefahren, haben Anker gelegt und sind zwischen Fischschwärmen und Pflanzen herumgeschnorchelt.
Dann haben wir uns einen Roller geliehen und sind damit die Küste entlang gefahren und zu den Ruinen gefahren.
Die Ruinen in Tulum fand ich ganz besonders schön und außergewöhnlich, weil sie direkt am Meer liegen und man bei der Besichtigung zwischendurch baden gehen kann.
Tulum ist wirklich ein Paradies und Entspannung pur – immer wieder eine Reise wert!

Die Cabana am Strand von Tulum

Neben der Cabana: Hängematten zwischen den Palmen zum Entspannen

Traumstrand!

;-)

Poserfoto im türkisen Wasser

Im Boot auf dem Weg zum Schnorcheln am Riff; im Hintergrund die Maya-Ruinen von Tulum

Bei der Küstentour mit dem Roller
Geschrieben am 18.07.2011 von Linnea

Die Schienen des Güterzuges in Ixtepec
Kurz bevor ich in den Urlaub gefahren bin, hatte ich die Möglichkeit meine Kollegin Ana Elena, die für den Bereich Migration zuständig ist, auf eine „Dienstreise“ zu begleiten.
Bevor ich davon berichte, möchte ich jedoch ein bisschen zu dem Kontext der Migration in Mexiko und Zentralamerika schreiben:
Täglich machen sich tausende von Migranten vor allem aus Honduras, Guatemala, El Salvador und Mexiko auf den Weg Richtung Norden, die meisten mit dem Ziel USA.
Sie sind auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen, wollen Geld für die Familie verdienen oder folgen Familienangehörigen, die schon früher migriert sind.
Bis nach Chiapas, dem südlichsten Bundesstaat von Mexiko kommen alle auf unterschiedliche Weise (zu Fuß, in Autos, in Bussen etc.). Ab Chiapas gibt es einen Güterzug, der durch das ganze Land bis in den Norden fährt.
Auf das Dach dieses Zuges, welcher hier „la bestia“ (die Bestie) genannt wird, steigen die Migranten.
Dort sind sie zwar relativ sicher vor Migrationskontrollen, doch nicht vor Überfällen und Entführungen, die gerade in den Bundesstaaten Chiapas, Oaxaca und Veracruz sehr häufig vorkommen und meist von einer der mächtigsten Drogenbanden Mexikos (Los Zetas) organisiert sind.
Bei diesen Entführungen versuchen die Entführer Migranten zu entführen, die Angehörige in den USA haben. Von diesen erpressen sie dann unglaublich viel Lösegeld für die Freilassung.
Haben die Entführten keine Angehörigen in den USA werden sie meist gezwungen, für die Zetas zu arbeiten, also selber wieder zu entführen, zu überfallen etc. Weigert man sich dem, wird man meist getötet.
An der Strecke des Zuges gibt es einige Migrantenhäuser, meist von Bischhöfen ins Leben gerufen.
Bei diesen Häusern steigen die Migranten vom Zug, können dort schlafen und sich ausruhen, bekommen Essen und manchmal medizinische Versorgung, weil bei der Reise auf dem Zug leider häufig schlimme Unfälle passieren, da Personen vor Müdigkeit, Kraftlosigkeit oder Unachtsamkeit vom Zug stürzen und nicht selten dabei Gliedmaßen verlieren.
Viele Migranten reisen mit einem Schleuser, den sie oder ihre Verwandten in den USA vorher sehr teuer bezahlt haben. Dies ist oft sicherer, da der Schleuser die Gegebenheiten kennt, Kontakte hat etc.
An den Schienen des Zuges gibt es oft Personen, die sich als Schleuser ausgeben und versuchen noch Migranten auf dem Weg zu überzeugen sich ihnen anzuschließen. Diese sind jedoch meist von den Zetas und keine wirklichen Schleuser.
Einige wenige Migranten versuchen jedoch auch mit Bussen durchs Land zu reisen.
Was mich beeindruckt hat ist, wie viele Tricks die Migra (Migrationspolizei) hat, um bei einer Kontrolle in einem Bus etc. herauszufinden, ob es sich um einen Migranten handelt.
Es ist der Polizei erlaubt, durch einen Bus zu laufen und alle diejenigen nach Ausweisen zu fragen, die wie Ausländer aussehen. Ich finde das eine totale Diskriminierung, es ist aber leider legal.
Bei vielen Kontrollen habe ich es schon erlebt, dass Personen, die mehr nach Zentralamerikaner aussehen, kontrolliert wurden (einige davon waren wirklich Migranten und durften nicht wieder einsteigen), ich, die ich ja auch eindeutig Ausländerin bin, wurde nicht nach meinen Papieren gefragt.
Nun zu den Tricks, die die Migra benutzt:
Viele Migranten reisen mit Cappi auf dem Kopf, sodass erst einmal diese nach Ausweisen gefragt werden.
Dann werden auch Fragen gestellt, wie zum Beispiel „wieviel wiegst du?“ oder „was für eine Schuhgröße hast du?“. Dies wird je nach Land anders gemessen, so wird in Guatemala das Gewicht nach „libra“, in Mexiko jedoch nach „kg“ gemessen und auch die Schuhgrößen variieren. Ebenso heißen zum Beispiel „Jacke“, „Gürtel“ oder „Jeans“ in den Ländern verschieden und durch diese kleinen Unterschiede im Spanischen kann man geschickt herausfinden, wo jemand herkommt.
Da sich die meisten Migranten ziemlich blauäugig auf den Weg machen, tappen sie leider in diese Fallen.
Ich könnte noch wesentlich mehr zu dem Thema Migration schreiben, ich finde es einfach unglaublich spannend und habe gemerkt, dass es sehr komplex ist.
Ich werde jetzt jedoch auf die Reise zu den Migrantenhäusern eingehen.
Da Geldgeber aus Frankreich gekommen waren und sie die Arbeit des Migration in Mexiko näher kennenlernen wollten, sind wir, also meine Kollegin Ana Elena und ich, mit den 2 Geldgebern zu den Migrantenhäusern in Ixtepec, Oaxaca und Arriaga, Chiapas gefahren.
In Ixtepec wurde das Migrantenhaus vom Bischhof Alejandro Solalinde gegründet. Durch seine Arbeit und seinen Kampf für die Rechte der Migranten steht er inzwischen unter Morddrohung und hat eigene Bodyguards.
Als wir dort waren, hatten wir das Glück, dass gerade ein Zug mit Migranten ankam, sodass wir den ganzen Prozess miterleben konnten und gleich mithelfen konnten; es wird dort immer eine helfende Hand gebraucht, da alle dort nur als „Freiwillige“ arbeiten.
Zunächst werden alle Migranten durchsucht, da keiner mit Drogen oder Waffen hereingelassen wird.
Danach werden sie registriert und es wird ein Foto gemacht. Dies ist sehr wichtig, damit man bei Entführungen oder Verschwinden von Migranten nachvollziehen kann, wer dieser Migrant war.
Danach können die Migranten essen, sich ausruhen, duschen, Wäsche waschen (ich glaube viele der Männer waschen dort zum ersten Mal selbst ihre Wäsche) oder in der hauseigenen Kapelle beten.
In Arriaga, Chiapas, dem anderen Migrantenhaus, welches wir besucht haben, ist es ähnlich; dort gab es sogar psychologische Betreuung, wobei uns der Psychologe dort eine Geschichte erzählt hat:
Er war gerade in einer Sitzung mit einem Migranten, der sich langsam öffnete, die ersten Tränen fielen, als die Tür aufging und ein anderer Migrant reinkam und rief, dass der Zug käme. Der Migrant in der Sitzung wischte sich schnell die Tränen weg, schnappte sich seinen kleinen Rucksack und rannte mit den anderen zu den Schienen, um den Zug zu erwischen.
Was mich in Arriaga noch fasziniert hat ist, dass die Schienen mitten durch das Zentrum verlaufen und an den Schienen unglaublich viele Migranten sitzen, auf den Zug warten, herumlaufen und nachts neben den Schienen schlafen.
Diese ganze Reise hat mich absolut fasziniert und gefesselt. Ich habe in diesen Tagen unglaublich viel gesehen und gelernt.
Ich bin mit vielen Migranten ins Gespräch gekommen und ihre Lebensgeschichten haben mich sehr mitgenommen.
So habe ich zum Beispiel einen Migranten kennengelernt, der sein Bein verloren hatte, jedoch nicht das Ziel USA.
Ebenso habe ich viele kennengelernt, die bereits Jahre in den USA lebten, dort erwischt und ausgewiesen wurden und die sich wieder auf den Weg gemacht haben, da viele dort schon Familie haben.
Eine Frau (18 Jahre) war mit ihrer kleinen Schwester (8 Jahre) und ihrem Sohn (3 Jahre) unterwegs und wollte ihren Bruder suchen, der vor 2 Jahren in die USA gegangen war.
In Arriaga bettelte uns ein Migrant aus Honduras an, mit dem wir ins Gespräch kamen und mit dem und seiner Frau wir schließlich essen gingen. Es war unglaublich, was er erzählt hat, da er beim ersten Versuch kurz vor der Grenze zu den USA erwischt worden war, es dann noch einmal versucht hat, entführt wurde (er sagte von den Zetas), dann jedoch erstaunlicherweise freigelassen wurde und durch Glück seine Frau wiedergefunden hatte, mit der er ursprünglich aufgebrochen war. Das Pärchen hat ihre 6 Kinder (das jüngste 12 Jahre alt) in Honduras zurückgelassen, um ihnen aus den USA aus Geld für ein besseres Leben zu senden.
So, bevor ich mich jetzt hier in den ganzen Erinnerungen und Schicksälen verstricke, werde ich mal die Fotos einfügen.
Wer mehr Interesse an dem Thema hat, hier einige Links:
- Homepage des Migrantenhauses in Ixtepec mit tollen Fotos und Artikeln:
http://www.hermanosenelcamino.org/index.html (spanisch und englisch)
- Eine Doku über Kindermigration:
http://gratisdokus.de/which-way-home-kinder-auf-der-flucht/ (deutsch)
- Eine Doku über die Thematik Frauenmigration:
www.laotrafrontera.com.mx (spanisch mit englischen Untertiteln)
-Eine Doku über Frauen die den Migranten auf dem Zug täglich Essen und trinken geben:
http://www.youtube.com/watch?v=Dc28ujM3bdQ (spanisch)

Das Eingangsschild des Migrantenhauses in Ixtepec

Ein Foto von den Schienen aus mit Blick auf das Migrantenhaus. Die Puppen sind Teil einer Ausstellung, die die Migranten darstellen, wie sie von den Schienen zum Haus laufen.

Ich versuche auf einen Güterzug zu steigen, da ich einmal sehen wollte, was es für ein Gefühl und was für eine Gefahr es für die Migranten ist, oben auf dem Zug zu sein.

Auf der "Bestie", allerdings steht der Zug.

Der Zug mit den Migranten auf dem Dach und zwischen den Wagongs kommt in Ixtepec an.

Die Migranten werden durchsucht, ob sie Drogen oder Waffen bei sich haben.

Ich helfe bei der Registrierung der Migranten.
Geschrieben am 07.06.2011 von Fenja
Och man, ich lass euch ganz schön im Stich. Das tut mir leid. Jetzt wurde ich doch mehr mals darauf angesprochen, doch mal wieder etwas von mir zu geben. Da sag ich natürlich nicht nein. Ich will ja auch, dass ihr auf den neusten Stand seit
Einige von euch haben bestimmt mitbekommen, dass es in Kampala in letzter Zeit nicht immer ganz ruhig zugegangen ist.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich soo viel von den riots gar nicht mitbekommen habe. Einen Tag bin ich morgens aufgewacht, weil es draußen so laut war. Ein lauter Knall hat mich geweckt. Ich wollte raus gehen und gucken, was auf der Straße los ist, aber an unserer Tür hang schon ein Zettel von unserem lokalen Koordinator Leo, der glücklicherweise unser Nachbar ist, auf dem Stand „don`t go out of the house“. Also stand ein Tag im Haus vor. Erst dann habe ich gemerkt, dass die lauten Knalle Schüsse sind und Menschen schreien. Das ist meine Erfahrung mit den riots, von anderen Freiwilligen weiß ich, dass sie zum Beispiel mit einem Boda durch Tränengas gefahren sind. Auch keine schöne Erfahrung. In den Nachrichten hat man dann den Rest erfahren. Autos haben gebrannt, Polizisten ihre Macht ausgespielt, viel Tränengas, die Polizeiautos/panzer kann man sich gar nicht vorstellen. Die Menschen sind auf die Straßen gegangen. Im Spiegel steht ja auch etwas von steigenden Preisen und das kann ich nur bestätigen. Vieles ist teurer geworden. Zum Abschluss nochmal, ich war keine Sekunde in Gefahr – ich bin bei der Embassy angemeldet und die haben immer SMS geschrieben, wo es gerade nicht so geeignet ist, zu sein. Und jetzt waren schon seit Ewigkeiten keine Aufstände mehr. Also weiter zu anderen Themen.
Mirco und Michi waren hier. Sehr schöne 10 Tage Jungs, danke dafür!
Am ersten Tag hab ich ihnen natürlich erst einmal meine neue Heimat gezeigt. Kampala. Innenstadt. Zum Glück war es nicht zu voll. Wir sind mit einem Boda nicht direkt zur Innenstadt gefahren, sondern nur durch, zu den Einkaufzentren, die hier so den höchsten Standard haben: „Willkommen in Europa“
Nicht allzu spannend, aber gehört dazu! Danach sind wir zur Innenstadt gelaufen und sowieso viel gelaufen.
Owino-Markt. Wenn man den nicht einmal gesehen hat, glaubt man gar nicht, wie eng, dunkel und matschig es dort ist^^ Trotzdem einer der besten second-hand Märkte hier. Ich hab zwar gesagt, Kampala war nicht zu voll, aber das bedeutet nichts. Es ist immer crowded J Nicht war, Jungs!?
Am nächsten Tag hab ich ihnen dann das Heim meines Projektes gezeigt und wir sind zum perfekten Zeitpunkt gekommen, denn die Kinder haben gerade Drum & Dance geübt.




Am Mittwoch ist Slum-Tag. Also waren wir natürlich wo? Im Slum!

Erinnert ihr euch noch an den Bericht von der Beerdigung im Dorf? Zu dem gleichen Dorf sind wir dann von Donnerstag auf Freitag gefahren. Jajja hat uns herzlich begrüßt und natürlich war ab und zu mal wieder das gesamte Dorf da, um die Mzungus anzugucken. Wir hatten viel Spaß. Sind zum See gefahren und haben mit dem Dorf und Tausend Augenpaaren Billiard gespielt. Alvin hat sich selbst im Bodafahren probiert und das Schwein hat die Jungs im Zelt nicht schlafen lassen hahah
Als wir ankamen hatte es geregnet und der Boden war matschig, Alvin und mein Bodafahrer ist ausgerutscht und so hatten wir einen kleinen Bodaunfall, aber es war nicht so wild. Ich war nur voll mit Matsch! Blöd
Und da im Dorf gibt es eine Frau, die eigentlich immer betrunken ist und mit ihrer kleinen Alkoholflasche rumläuft. Sie fragt immer nach Geld und redet soo viel. Auf jeden Fall kam sie an und hat meine Wunde am Ellenbogen gesehen und erst einmal volle Kanne rüber geleckt. Iiiiieeeehhhh! Ja, so wird das gemacht! Naja, ihre Zunge war auf jeden Fall desinfiziert. Haha.




Die anderen Tage haben wir dann ein wenig ruhiger gestaltet. Wir waren aus, und in Entebbe im Botanischen Garten und bei Schlangen!!! Ui



Alles in Allem war es eine wunderbare Zeit!
Geschrieben am 02.06.2011 von Ronja
Quartalsbericht Nr. 3 von Ronja Beller aus Johannesburg in Südafrika (31.05.2011)
Projekt: Sophiatown Community Psychological Services (Johannesburg)
Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Sponsorinnen und Sponsoren, liebes Welthaus-Team!
Es ist Zeit für mich, den nächsten Quartalsbericht zu verfassen. Deshalb überlege ich hin und her, was sich denn eigentlich verändert hat und ob sich überhaupt etwas verändert hat. Aber so richtig verändert hat sich hier nichts. Das einzige, was sich möglicherweise verändert hat, bin ich selbst. Obwohl ich das selber gar nicht so genau wahrnehme. In drei Monaten werdet ihr das wohl eher bemerken. Große Veränderungen auf der Arbeit gibt es aber nicht, was es mir ziemlich schwer machen wird, hier Neues zu berichten.
Ich beschreibe euch einfach mal meine Arbeit, was ich so mache und womit ich die Zeit hier im Moment so verbringe.
Am meisten würde ich sagen, arbeite ich in der „Observatory Girls Primary School“, also der Grundschule für Mädchen, von der ich im letzten Bericht schon erzählt habe. Dort bin ich insgesamt an zwei Vormittagen und zwei Nachmittagen. Es ist für mich immer noch sehr, sehr anstrengend und ich habe schon ernsthaft überlegt, ob ich das nicht aufgeben soll. Als ich dort angefangen hatte, dachte ich ja noch, dass die jüngsten Kinder die schlimmsten und die anstrengendsten sind. Jetzt weiß ich es besser. Vor zwei Wochen hatte ich einen echt harten Tag dort und einen echten Kampf mit den Siebtklässlern. Die Kinder haben mich leider überhaupt nicht respektiert und nicht auf mich gehört. Zumindest der Großteil der Klasse war desinteressiert. Das hat mich echt traurig und enttäuscht gemacht. Ich hatte ein sehr schönes Spiel vorbereitet und konnte es nicht mit ihnen spielen. Am dem Tag habe ich gar nichts mit den Schülerinnen gemacht. Als ich eine Lehrerin um Hilfe gebeten habe, hat sie mir nicht geholfen und nur gesagt: „Es ist dein Problem.“ Ich war echt total enttäuscht von dieser nicht vorhandenen Unterstützung dieser Lehrerin und von den Kindern, die sich überhaupt nichts sagen lassen wollten. Anderseits war die andere siebte Klasse total lieb und nett und das ganze Gegenteil von den anderen. Ich vermute mal, dass die erste siebte Klasse der anderen erzählt hat, was abgelaufen ist, bzw. dass nichts abgelaufen ist. Als ich diese siebte Klasse nämlich endlich unter Kontrolle hatte, habe ich sie einfach den Rest der Stunde absitzen lassen und nichts mit ihnen gespielt. Andere Lehrer geben mir aber die nötige Unterstützung, so dass ich die Kinder, die nicht auf mich hören, zurück zum Lehrer schicken kann. Auch die Kommunikation zwischen der Schule und mir klappt leider nicht immer. Es gibt jetzt zum Beispiel einen neuen Stundenplan, aber keiner hat ihn mir gegeben. Die Klassen kommen entweder gar nicht, oder es kommen gleich drei zur selben Zeit. Aber ich werde in Kürze ein Gespräch mit der Direktorin und der Chefin aus unserer Organisation haben, um da einige der Probleme zu klären oder gegebenenfalls dann mit dem Sportunterricht aufzuhören, je nach dem wie sich die nächsten Wochen so entwickeln. Auch vergisst die Schule ständig, mich über schulische Aktivitäten während meines Unterrichts zu informieren und ich wundere mich dann, warum die Kinder nicht kommen. Die Schülerinnen geben mir aber einen Grund, trotzdem jede Woche in die Schule dort zu gehen. Letztens hat ein Kind zu mir gesagt: „Ich wünschte, du wärst meinen Mama!“ Da habe ich mich natürlich sehr gefreut. Solche Momente geben mir dann Energie, solch einen Tiefpunkt in der Schule zu überwinden. Viele der Kinder freuen sich, wenn sie mich sehen und wissen auch schon, dass ich sie, wenn sie sich nicht benehmen, zurück in ihre Klasse schicke. Leider fühlt sich für die siebte Klasse niemand verantwortlich, so dass ich sie nicht zurück in ihre Klasse schicken kann, wenn sich die Kinder schlecht benehmen. Ich konnte den Kindern nun schon Spiele wie „Brennball“, „Jeder gegen Jeden“, verschiedene Fangspiele und Staffelläufe beibringen. Viele Kinder fragen mich, sobald sie mich in der Schule sehen, wann sie endlich wieder mit Sportunterricht an der Reihe sind und dass sie sich schon darauf freuen. Nach dem Sportunterricht möchte ich mich immer am liebsten einfach nur ins Bett legen, so müde bin ich danach.
Mittwochs nach dem Unterricht gebe ich aber noch Hausaufgabenhilfe für fünf der Mädchen. Dies macht mit sehr Spaß und ich erinnere mich wieder an meinen alten Schulstoff. Am Liebsten helfe ich den Kindern mit Mathematik, da dieses Fach in allen Ländern das Selbe ist.
Auch beim Netball unterstütze ich die Schule immer noch. Im Moment ist die Zeit, in der die Schülerinnen Spiele gegen andere Schulen haben. Das macht viel Spaß und die Kinder sind sehr kampfbereit und fiebern jedes Mal um den Sieg, was natürlich nicht immer klappt. Bei Heimspielen steht dann die Hälfte der Schule um das Spielfeld herum und feuert ihr Team an. Im nächsten Term (hier haben die Schulen keine Halbjahre sondern Vierteljahre) steht statt Netball Leichtathletik auf dem Programm, wo ich hoffentlich der Schule mehr Unterstützung geben kann, da es dort keine komplizierten Regeln wie beim Netball gibt, die ich noch lernen musste.
Wenn mir die Mädchen der Schule auf der Straße oder beim Einkaufen in Yeoville begegnen, sind sie immer total aufgeregt, grüßen mich und erzählen ihrer Mutter stolz, dass ich ihre Sportlehrerin sei.
Dienstagsvormittag gehe ich weiterhin gerne zum „Corronation Care Centre“, zu der Tageseinrichtung für Menschen mit Behinderungen. Mittlerweile bin ich manchen der jüngeren Erwachsenen schon so nah, dass diese mir über ihre Beziehungsprobleme berichten oder wir über aktuelle Sachen diskutieren. Es macht mir immer noch sehr viel Spaß, dort einfach mit den Männern Fußball oder mit den Frauen Netball zu spielen. Leider sind die Leute dort im Moment sehr beschäftigt, zum Beispiel recyclen sie Kleiderbügel, arbeiten im hauseigenen Garten oder in der Holzwerkstatt, so dass ich nicht so oft mit ihnen draußen spielen kann. Manchmal, bei schlechtem Wetter puzzle ich einfach mit ihnen oder wir malen Ausmalbilder an.
Ich versuche Dienstags auch wieder Computerunterricht für unsere zwei „Community Counsellors“ zu geben, aber leider kommt sehr oft etwas dazwischen, so dass wir das nur sehr unregelmäßig machen können. Trotzdem sind mir diese zwei Frauen sehr dankbar, dass ich ihnen erklären und zeigen kann, was man alles mit einem Computer machen und wie ein Computer sehr vieles vereinfachen kann. Mit den zwei „Mamas“ fahre ich auch immer wieder nach Zamimpilo ins Squatercamp (Wellblechhüttenviertel) oder nach Pennyville (ein Viertel mit Häusern, die von der Regierung aufgebaut wurden und den Menschen aus den Squatercamps gegeben werden). Das tue ich seit diesem Jahr leider immer seltener, weil ich so viel in der Schule zu tun habe, aber immer wieder zwischendurch schaffe ich es trotzdem, worüber ich auch ziemlich froh bin. Manchmal habe ich dann auch einfach Glück, weil die beiden Frauen einen Fahrer brauchen, weil sie Kleider- oder Essensspenden ausliefern möchten und beide kein Autofahren können. Diese beiden sind sehr dankbar, da es für sie viel einfacher und unkomplizierter ist, mich zu fragen als einen von ihren immer sehr beschäftigten Kollegen.
Jeden Freitag Nachmittag findet die Teenagergruppe statt, die seit neustem den Namen „M.A.D.E.“ (Make A Difference Encourage) trägt. In der Gruppe treffen sich jede Woche etwa 10-15 Teenager, um über Probleme, Sorgen und Wünsche zu sprechen und zu diskutieren, über die sie Zuhause nicht sprechen können. Diese Gruppe gefällt mir sehr gut und erinnert mich teilweise an meine Zeit in der ich 15 oder 16 Jahr alt war. Die einzige Schwierigkeit, die ich in der Gruppe sehe, ist, dass manche der Teenager reifer als andere sind und schon geistig viel weiter entwickelt als andere sind. Trotzdem sind viele der Teenager sehr offen und nehmen regelmäßig an den Gruppenstunden teil. Wir hatten in letzter Zeit viele heiße Diskussionen über Eltern und die Beziehung zwischen den Teenagern und ihren Eltern und über „Boy-“ und „Girlfriends“. Ich bemerke aber oft Unterschiede, wie ich aufgewachsen bin und wie diese Teenager aufwachsen. Viele der Teenager wachsen einfach in total anderen äußeren Umständen auf, oder sind durch Erlebnisse innerhalb der Familien traumatisiert. Die Sicherheit in Johannesburg und die damit verbundene Angst nach draußen zu gehen, sowie die Verlustangst der Eltern spielen eine große Rolle dabei. Auch der Grund, dass viele der Teenager oft auf die jüngeren Geschwister aufpassen oder den Haushalt meistern müssen, ist ein Faktor, der besonders die Mädchen sehr einschränkt, Kind zu sein und sich frei zu entwickeln. Ich würde sagen auch die Unwissenheit der Eltern, wie Kinder am Besten aufwachsen sollten und die Traditionen und Kultur spielen eine große Rolle dabei. Manchmal finde ich es schade, dass diese Teenager keine für mich normale „Teenager-zeit“ haben. Gleichzeitig zeigt es mir, wie dankbar ich meinen Eltern für diese Zeit sein muss und für ihre Unterstützung während dessen und auch jetzt immer noch.
Eine weitere Aufgabe bei der Arbeit für mich ist das „Destressing-Day“-Komitee. Wir organisieren Tage für die Arbeitskollegen, an denen nicht gearbeitet wird, sondern sich entspannt, sich unterhalten, relaxt und einfach etwas komplett anderes gemacht wird, was nichts mit der Arbeit zu tun hat. Der erste solcheTag dieses Jahres war ein „Cultural Day“. Dort haben wir über die verschiedenen Kulturen mit ihren Traditionen gesprochen. In unserem Team werden ziemlich viele Kulturen vertreten, was diesen Tag sehr abwechslungsreich und interessant gestaltete. Dabei ist mir aufgefallen, dass in der Zulu- und Xhosa-Kultur ziemlich viel Wert auf Gastfreundlichkeit gelegt wird, und bei jedem Essen wird mehr gekocht für die Vorfahren und eventuelle Besucher, die zum Essen vorbeischauen wollen.
Eine weitere kulturelle Sache, die ich glaube ich noch gar nicht in den anderen Quartalsberichten erwähnt habe ist, dass sich die Leute auf den Straßen mit „bro“ bzw. „brother“ und „sissi“ oder „sister“ anreden oder das ich einfach mit „Mama“ oder „Mom“ oder „Mam“ angeredet werde. In der Organisation werde ich als „auntie Ronja“ angeredet. Am Anfang fand ich das total merkwürdig und jetzt finde ich es sogar schön. Es ist hier ein Zeichen für Respekt und Toleranz, was mir in Deutschland fehlen wird.
Da ich sehr viel außerhalb des Büros arbeite, bekomme ich leider nicht so viel von der Arbeit im Büro mit, was ich manchmal sehr schade finde. Aber dafür bin ich ja zum Glück sehr beschäftigt.
Vor kurzem hatte ich die Möglichkeit mit Marcus bei einem Mosaik Workshop im CDP (einer anderen Organisation, bei der wir die Räume vom Bertrams office mieten) teilzunehmen. Dieser Workshop ist eigentlich nur für Frauen, um ihnen eine Möglichkeit beizubringen, wie sie sich etwas Geld dazu verdienen könnten. Marcus und ich mussten zwar einen Unkostenbeitrag leisten, aber es war eine sehr schöne Erfahrung. Es hat mich zwar sehr viel Geduld gekostet und es war sehr mühselig, aber es hat Spaß gemacht und war eine gute Abwechslung zur normalen Arbeit hier.
Zu meinem privaten Leben hier kann ich schreiben, dass es mir immer besser geht. Ich werde nur leider im Moment etwas E-Mail faul, aber das liegt daran, dass ich hier viel zu tun habe. Ich habe mich jetzt mit einer Kollegin zusammen im Fitnessstudio angemeldet, wo ich drei-, vier mal die Woche hingehe und ich nehme einmal in der Woche an einer Joga-Stunde teil, die von einer anderen Kollegin angeleitet wird.
Wenn ich nicht gerade Sport treibe, versuche ich zu verreisen. Ende März waren Marcus, meine Schwester Annika und ich für ein paar Tage in Durban. Meine Schwester besuchte mich etwa drei Wochen hier in Südafrika, um ein wenig Zeit mit mir zu verbringen und mein Leben hier kennen zu lernen. Darüber habe ich mich sehr gefreut, weil ich einfach mal wieder Neuigkeiten aus Deutschland aus erster Hand hören konnte. In Durban haben wir die Zeit am Strand, in der Stadt, im Zulu Village mit einem anderen Freiwilligen, am WM-Stadion, im uShaka Marine (einem großen Aquarium und einem Freizeitpark) und auf dem Meer bei einer „Ocean Safari“, wo wir Delfine beobachten konnten, verbracht. Es war eine sehr schöne Abwechslung zum Alltag hier in Johannesburg.
Über Ostern sind Marcus und ich wieder verreist. Diesmal ging es nach Mosambik, wo wir zwei der anderen Welthaus-Freiwilligen besucht haben. Dieser Urlaub war für mich wie ein Paradies, aber auch ein kleines Abenteuer. Mosambik ist ein echt tolles Land, was für mich meine „ursprüngliche“ Vorstellungen von Afrika widerspiegelte: Sandstraßen, total freundliche Menschen, Lehmhütten mit Strohdächern, kein fließendes Wasser im Haus und separate „open-air“ Toiletten. Natürlich gibt es auch westliche Häuser, geteerte Straßen und westliche Standards. Ich hatte die ganze Zeit dort das Gefühl, dass dieses Afrika das „Richtige“ ist oder zumindest, dass es „mehr“ Afrika ist, obwohl man das eigentlich nicht sagen kann. Südafrika ist auch Afrika, wenn auch auf eine andere Art und Weise oder vielleicht sollte ich sagen: es ist einfach ein anderes Afrika. Eines der vielen Facetten, die man in Afrika finden kann. Für mich waren die zehn Tage in Mosambik ein unfassbares, unvergessliches Erlebnis. Allein die Einreise war ein Abenteuer. Uns hatte man gesagt, dass wir einfach ein Visum an der Grenze bekommen würden. Der Busfahrer jedoch sagte zu uns, dass wenn wir nicht schnell genug sind, er einfach ohne uns weiterfahren würde. Zum Glück haben wir es pünktlich mit Hilfe einiger anderer Passagiere geschafft. Wir kamen trotzdem dann mit etwa sechs Stunden Verspätung in Maputo an, wo Malte (einer der Freiwilligen in Mosambik) uns dann schon erwartete. Die ersten zwei Tage waren wir in Maputo, wo wir die offizielle Eröffnungsfeier des Nationalstadions von Zimpeto durch ein Fußballspiel von Mosambik gegen Tansania miterlebten. Die nächsten Tage haben wir bei Malte in Inhambane, einem Dorf vor Xai-Xai verbracht, wo wir am wunderschönen Strand waren, Irrfahrten erlebten, auf dem örtlichen Markt einkauften, lecker bei Mohammed aßen und interessante Taxifahrten hatten. Im vollsten Taxi, in dem ich dort saß, saßen etwa 25 Leute, obwohl das Taxi nur für 15 Passagiere ausgelegt war. Dort hieß es einfach nur Quetschen. Von Xai-Xai sind Marcus und ich noch weiter nach Tofu gereist. Diese „Stadt“ (für mich war es irgendwie mehr ein Dorf) war für mich wie ein Paradies. Der Strand dort und das Dorfzentrum selbst waren einfach nur wunderschön. Obwohl die Stadt für mosambikanische Verhältnisse touristisch war, gab es keine riesigen Hotelgebäude und trotzdem Sandstraßen, wie in fast allen Dörfern in Mosambik. In Tofu haben wir die meiste Zeit auch am Strand verbracht. Wir haben mit Walhaien geschnorchelt, uns im Surfen versucht, am Strand relaxt, eingekauft, nette Leute aus verschiedenen Ländern kennen gelernt und ein bisschen gefeiert. Leider habe ich keinen Tauchschein. Es soll wunderschöne Riffe dort geben. Und mein großer Wunsch, mit Delfinen zu schnorcheln, hat sich leider auch nicht erfüllen können, weil die Delfine dort einfach zu scheu waren. Als wir mit den Walhaien schnorcheln waren, hatte ich zwar inständig gehofft, dass es auch eine Möglichkeit geben würde, mit Delfinen zu schnorcheln, doch der Traum wird wohl noch weiter bestehen bleiben. An dem letzten halben Tag in Maputo hatten wir nochmal die Möglichkeit dort ein afrikanisches Jazz -Konzert zu besuchen, was ich sehr genossen habe. Die ganze Stimmung dort ist einfach unvergleichbar mit den Konzerten in Deutschland.
In Mosambik konnten wir zum Glück der Kälte von Johannesburg für einige Tage entfliehen. Viele von euch wissen wahrscheinlich gar nicht, wie kalt es hier in Johannesburg sein kann. Dadurch, dass Johannesburg höher liegt als andere Städte in Südafrika, ist es hier immer ein wenig kälter. Besonders jetzt im Moment bekommen wir das zu spüren, obwohl uns viele sagen, dass es im Juni und August noch kälter wird. Die Kälte müssten wir eigentlich von Deutschland aus schon gewöhnt sein, aber da kann man sich wenigstens im geheiztem Haus wieder aufwärmen. Die Südafrikaner isolieren ihre Häuser nicht. Die Fenster und Türen sind extrem undicht, manche kann man noch nicht einmal richtig verschließen und es gibt keine Zentralheizungen. Für diese Woche sind nachts sogar Minustemperaturen angesagt. Das Witzige hier ist aber, dass es tagsüber draußen in der Sonne noch so warm ist, dass wir im T-Shirt herumlaufen können. Es gibt also sehr starke Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Wir haben uns jetzt schon elektrische Heizungen (funktionieren wie ein Fön) und Wärmflaschen zugelegt. Nachts schlafe ich mit drei Bettdecken, damit mir nicht kalt wird. Ich hoffe nur, dass es nicht noch kälter wird.
Letztes Wochenende sind wir nach Swaziland gefahren, wo ein großes Artfestival war, das „Bush fire“ heißt. Dort haben wir Malte, Isabel und Tim (beide Freiwillige in Nelspruit) getroffen und mit ihnen gezeltet. Es war Nachts nur leider sehr kalt. Es gab aber viele Lagerfeuer, wo man sich wieder zum Glück ein bisschen aufwärmen konnte. Aber das Festival hat mir sehr Spaß gemacht und es gab teilweise echt gute Musik! Ich kannte zwar nur einen der vielen Künstler, aber ich habe viele gute Bands kennen gelernt. Die einzige Schwierigkeit, die wir hatten, war der Transport. Leider fahren keine Busunternehmen nach Swaziland und der einzige den wir nach langem suchen fanden, war zu teuer. Also beschlossen wir, es mal mit einem der Long-Distance-Taxis zu versuchen. Diese Minibusse haben nur leider keinen Fahrplan, was es ein wenig unberechenbar für uns machte. Der Hinweg hat aber super geklappt und es war sogar unerwartet bequem und der Fahrer ist recht vorsichtig gefahren. Der Rückweg aus Swaziland war aber leider nicht so bequem. Wir mussten am Busbahnhof erst mal 1,5 Stunden warten, dass das Taxi voll war und dann war das Taxi eins der älteren Modellen, die ziemlich eng waren. Wir mussten uns also mit vier Personen in eine sehr enge Sitzreihe quetschen, die aber für vier Personen ausgelegt war. Es war aber trotzdem eine gute Erfahrung und lässt mich wieder einmal mehr unsere Züge und Busse schätzen!!
Leider muss ich immer öfters daran denken, dass mir nur noch drei Monate bleiben, was sehr, sehr schade ist. Ich war mir ja bevor ich hier hin kam eher unschlüssig, ob ein Jahr nicht eigentlich zu lang ist. Jetzt finde ich eher, dass ein Jahr viel zu kurz ist. Ich habe mich hier so gut eingelebt, kenne mich mittlerweile schon echt gut aus in dieser riesigen Stadt und habe noch so viele Sachen, die ich gerne machen würde, wofür die Zeit aber langsam knapp wird. Also nach Hause zieht es mich ehrlich gesagt noch nicht.
So, das waren erst mal die Neuigkeiten von mir, schickt mir ein wenig Wärme aus Deutschland!!!
Liebe Grüße
Eure Ronja
Geschrieben am 23.05.2011 von Marc

Das “Murang’a Children’s Rescue Center”, in dem ich arbeite, besteht aus einem Haupthaus, in dem sich das Wohnzimmer und der Schlafraum der Jungen befindet, und einer angemieteten Wohnung, in der die Mädchen untergebracht sind. Das Hauptgebäude wurde dem Kinderheim im Jahr 1996 von der kenianischen Regierung geschenkt, für die Mietwohnung müssen wir jeden Monat 4500 KSH (etwa 40 Euro) zahlen.

Hauptgebäude des Kinderheims
Offiziell hat das Kinderheim Platz für 25 Kinder, wir haben etwa zehn Kinder mehr. Um bis zu 60 Kindern Platz bieten zu können, wurde Ende 2007 angefangen, ein größeres Gebäude zu bauen, da das Kinderheim 1,4 Millionen KSH von dem Constituency Development Fund (CDF) der Regierung erhalten hatte. Es wurden weitere 2 Millionen KSH in Aussicht gestellt, im Endeffekt wurde der damaligen Heimleitung aber angeboten, 1,5 Millionen KSH zu bekommen und für 2 Millionen zu unterschreiben. Diese Korruption wurde abgelehnt und so konnte das Gebäude leider nicht vollendet werden.
Um das Gebäude komplett fertig zu stellen, benötigen wir etwa 20 000 Euro. Über Spenden an das Konto meiner Entsendeorganisation VIA e.V. würde ich mich sehr freuen! VIA e.V. ist gemeinnützig und stellt daher bei Bedarf auch Spendenbescheinigungen aus. (Dafür bitte eine Mail an murangacrc@gmail.com). Die Organisation leitet die Spenden direkt an mich in Murang’a weiter, das Geld wird also garantiert vollständig für das Projekt verwendet.

Das neue Gebäude
Spenden bitte an:
Kontoinhaber: VIA e.V.
Konto-Nr.: 570 506 27
BLZ: 240 501 10
Bank: Sparkasse Lüneburg
Verwendungszweck: 01042011
Weitere Informationen zum Spendenprojekt, z.B. eine genaue Kostenkalkulation und den aktuellen Spendenstand, gibt es auf unserer Website www.muranga-crc.org. Fragen beantworte ich gerne per Mail unter murangacrc@gmail.com oder als Kommentar zu diesem Artikel.
Ahsante sana! Vielen Dank!
Marc Sebastian Eils
